Brot und Salz

Unsere Nichte, mit der wir gefühlt gestern noch im Zoo zum Ponyreiten waren, ist jetzt nach ihrem Studienende in ihre erste große Wohnung gezogen. Ich kann es kaum glauben, wie schnell aus dem kleinen Mädchen eine erwachsene Frau geworden ist, die mitten im Leben steht.

Als ich noch ein Kind war, hat meine Mutter zu solchen Anlässen ganz im Sinne des Sprichworts „Brot und Salz – Gott erhalt’s“ ein selbstgebackenes Brot mit grobem Salz darauf verschenkt. Beiden Grundnahrungsmitteln wurden früher magische Eigenschaften zugesprochen: Brot eine kräftigende Wirkung und Salz aufgrund seiner konservierenden Eigenschaften eine beschützende. Darüber hinaus war Salz damals teuer, galt als das weiße Gold, und stand somit auch für Wohlstand. Daher wurden Brot und Salz zum Einzug und zur Hochzeit verschenkt, symbolisierten sie doch Gastfreundschaft, die Zusammengehörigkeit zweier Menschen, die Gesundheit und die Fruchtbarkeit von Frauen.

In unserer Wohlstands- und Wissensgesellschaft haben diese Dinge zwar an Bedeutung verloren, dennoch hat diese Symbolik ihren Charme, wie ich finde. Daher gab es für die Nichte ein Gläschen von IKEA mit Glücksklee drauf und dänischem Siedesalz darinnen, ein Geschirrtuch bestickt mit dem traditionellen Spruch (ein Motiv von Die flinken Spulchen), ein Schlüsselanhänger in Form eines Hausschlüssels (Motiv bei etsy gefunden) und ein klassisches, belgisches Pain Paillasse von unserem Bäcker im Dorf. Unsere Nichte hat sich jedenfalls über diese kleine Geste sehr gefreut, denn obwohl sie schon seit einem Monat dort wohnt, war ich die erste Besucherin mit Brot und Salz im Gepäck.

Wie haltet Ihr das mit solch alte Traditionen? Welche kreativen Umsetzungsideen habt Ihr? Denn wenn alle Brot und Salz verschenken würden, dann wäre das ja langweilig.

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