Lissabon – Tag 3

Von unserer Wohnung können wir den Elevator de Santa Justa sehen, der auch Elevador do Carmo genannt wird. 1902 erbaut und 45m hoch verbindet er den Stadtteil Baixa mit dem höhergelegenen Stadtteil Chiado. Wir beschließen, dass wir diesen heute mal testen wollen. Von dort soll man eine wunderbare Aussicht auf die Burg San José haben.

Da die Kinder wie in den Ferien üblich nicht so gut aus dem Bett kommen, sind wir leider erst am späten Vormittag dort, so dass wir eine lange Schlange vor uns haben. Geduldig stehen wir fast eine Dreiviertelstunde an, und dann hat der Aufzug eine technische Störung und fährt nicht mehr. Hoffentlich wird das noch während unserer Urlaubzeit repariert werden.

Also Planänderung. Stattdessen nehmen wir dann am Platz des Feigenbaums einen der historischen Straßenbahnen (pt. Eléctricos), die Linie 12, um eine kleine Rundfahrt durch unseren Stadtteil zu machen. Sitzplätze sind hier heißbegehrt bei den Touristen, doch wir haben Glück und können Sitzplätze ergattern.

Es ist wirklich abenteuerlich. An manchen Stellen fährt die Bahn so dicht an den Häusern vorbei, dass man den Arm noch nicht einmal voll aus dem Fenster strecken bräuchte, um sie zu berühren. Außerdem fahren die Autos, buntbemalte Tuktuks (motorisierte Fahrradrikschas, wie wir sie aus Asien kennen), Lastwagen, Busse und andere Straßenbahnen drum herum, dass dem Zuschauer schwindelig wird. Und wenn die Bahn an steilen Stellen bremst, dann klingt das besorgniserregend. Doch wir kommen heil wieder zurück. Ist es nicht fantastisch, dass heute noch eine über hundert Jahre alte Straßenbahn täglich ihren Dienst tut? Dass ein moderner ICE ebenso lange seinen Dienst tut, ist eher unwahrscheinlich.

Während der Fahrt mit der Straßenbahn habe ich ein Geschäft gesehen, in dem buntbedruckter Korkstoff verkauft wird. Da will ich unbedingt hin, um mir Material für Taschen oder ähnliches zu besorgen. Mein lieber Mann kommt meinem Wunsch nach und ist ganz tapfer, als sich herausstellt, dass sich hinter der Eingangstür mit dem Korkstoff ein großer Raum verbirgt der bis zur Decke mit Zubehör zur Schmuckherstellung gefüllt ist. Während ich noch Korkstoff aussuche, sind die Kinder schon dabei, sich Ketten zusammenzustellen.

Neugierig schlendern wir anschließend die Straße weiter entlang und finden ein anderes Geschäft mit einer riesigen Auswahl an Untersetzern aus Kork mit portugiesischen Fliesen, in dem wir uns eindecken. Denn unser Korkuntersetzer daheim sind inzwischen doch etwas in die Jahre gekommen und bei weitem nicht so hübsch. Und was Taschen aus Korkstoff anbelangt, so bekomme ich viele Ideen für meinen schönen neuen Stoff…

Danach geht es zu einem kleinen Zwischenstopp wieder zurück in die Wohnung, damit wir unsere Schätze nicht so lange schleppen müssen. Eine gute Entscheidung, denn kaum sind wir dort, erleben wir einen Wolkenbruch.

Als es abends dann nur noch tröpfelt, gehen wir noch einmal raus, um für das Abendessen und Frühstück einzukaufen. Hierbei entdecken wir auch noch weitere Geschäfte. Wer hätte gedacht, dass wir hier neue warme Winterpuschen finden? Und zu meiner Freude finde ich ein Stoffgeschäft, in dem ich zwei Stoffe mit portugiesischen Motiven finde – für Taschen und Tischdeko.

Zum Abendessen testen wir dann auch mal eine hiesige Konservendose – in Öl eingelegte Makrele, zwar nur aus dem Supermarkt aber dennoch der leckerste Dosenfisch, den ich je gegessen habe.

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