Menschen am Strand in Esjberg

Auch wenn der Ausblick der vier Menschenstatuen am Strand von Esjberg auf den Hafen desselben nicht romantisch ist, so sind die vier 9m hohen, weiße Steinskulputuren doch ein erhebender Anblick. Hier pfeift einem der Wind um die Nase, und zwischen den Statuen fühlt man sich trotzdem geborgen. Ob es sich so auch auf der Osterinsel zwischen den Steinköpfen anfühlt?

Doch es gibt noch weitere, interessante Orte in Esbjerg, wie das Seefahrts- und Fischereimuseum, das uns seit unserem ersten Besuch vor neun Jahren fasziniert. HIer gibt es Aquarien, in welchen Schollen, Heringe, Dorsche und was es sonst noch so in der Nordsee gibt, von Nahem bestaunt werden können. Besonders interessant waren in diesem Jahr die Oktopoden und der Seestern, der wohl gerade einen Seeigel verdaut.

Da es aber auch ein Museum ist, gibt es nicht nur lebende Tiere zu sehen, sondern auch Skelette sowie in Alkohol konservierte Meerestiere – also nix für schwache Nerven. Die eingelegten Tiere finde ich ja schon etwas gruselig, doch die Skelette der Wale und die verschiedenen Robbenschädel finde ich sehr interessant.

Auch zur Fischerei gibt es interessante Exponate. Im Innern des Gebäudes gibt es zwei Wechsel-Ausstellungen, die sich diesem Thema widmen. Die erste Ausstellung wird das Leben auf den Ölplattformen gezeigt. In der zweiten Ausstellung wird dargestellt, wie die Fischerei Esbjerg in den letzten 100 Jahren geprägt hat – mit Fotografien der Esbjerger Fischer, ihrer starken Frauen und Ausschnitten aus ihren Lebensgeschichten. Mit diesen werden die Ausstellungsstücke im Außengelände noch lebendiger. Für uns kaum vorstellbar, dass es für die jungen Männer (mit 15!) vor 100 Jahren ein gut bezahlter Job war, sich auf solch kleinen Booten zu verdingen. Auf diesen lebten sie 200 bis 300 Tage im Jahr mit oft weniger als 4h Schlaf und ohne sanitären Anlagen.

Nicht ganz so gut ging es denjenigen, die die gefangenen Plattfische zu Trockenfisch verarbeiteten. Diese lebten in winzigen Hüttchen am Strand, teilten sich zu zweit eine Koje, die für mich aussehen wie Kinderbetten. Ein altes Rettungsboot wurde, nachdem es nach über 30 Jahren Benutzung nicht mehr seetauglich war, immerhin noch als Dach eines Schuppens verwendet, eines Schuppens, in dem mein 10jähriger Sohn nicht aufrecht stehen kann, eines Schuppens, der 40 Jahre genutzt wurde – und das nicht vor hunderten von Jahren. Nein, er wurde erst außer Dienst genommen, als ich so alt war, wie mein Sohn jetzt.

Geht es uns nicht gut heutzutage?

Nach so viel harter Kost freuten sich die Kinder auf die Laboratorien, doch die waren heute leider geschlossen. Stattdessen gab es ein wenig Erholung in einem riesigen Holz-Oktopus. Das wäre eine tolle Höhle für einen Kindergarten!

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