Daheim sein im Urlaubsheim

Heute regnet und stürmt es, so dass wir uns einen ruhigen Tag gönnen können, nach unserem aufregenden und auch ein wenig anstrengendem Tag im Legoland gestern. Eine gute Gelegenheit, Euch von Spoonflower zu erzählen. Also, ich habe diesen Stoffdruckdienst im letzten Jahr dank FruBlomgren entdeckt, als sie den wunderschönen Mohnblüten-Stoff entworfen hat, den ich inzwsichen für einen Mugrug als Rahmen für das Stickmotiv und als Futter für ein Täschchen verwendet habe. Seither erhalte ich auch regelmäßig den Blog-Newsletter, der mich jetzt zu einem schnellen Projekt für unseren Urlaub inspiriert hat.

Der Titel des Artikels war sehr verführerisch: „5 Minuten DIY – Zero Waste Küchentücher“. Und auch die gezeigten Motive waren sehr nett, doch ich habe noch so viele Geschirrtücher, die ich von meiner Schwiegermutter geerbt habe, so dass ich das Thema zunächst für mich abhakte.

Dann erzählten mir meine beiden Kindersitterinnen, dass sie sich ein altes Wohnmobil gekauft hätten und nun hipyymäßig bemalten, um damit während ihrer Studienjahre Urlaub zu machen. Was für eine schöne Idee, das hätte ich gerne in meiner Jugendzeit auch gemacht!

Gerne wollte ich einen kleinen Betrag zu diesem Projekt leisten, und da fiel mir die Spoonflower-Geschirrtuch-Idee wieder ein. Für die beiden jungen Damen und ihren Hippie-Camper bestellte ich einen passenden Musselin. Während der Suche hatte ich außerdem ein Tee-Motiv gesehen, das gut zu unserer Vorliebe von Tee passt, so dass ich diesen Stoff gleich für unseren Urlaub mitbestellte. Es gab so viele hübsche Motive, da hätte ich auch noch mehr von haben wollen, doch ich besann mich darauf, dass ich ja noch ganz viele Geschirrtücher habe.

Nach nur einer Woche lieferte der Postbote schon meinen Stoff. Der Musselin war noch ganz glatt. Und da es ja bei einem Geschirrtuch egal ist, ob es beim Waschen einläuft, beschloss ich, erst zu nähen und dann zu waschen.

Da ich Meterware gekauft hatte, musste ich zunächst den Stoff zuschneiden, um aus jedem Motiv vier Tücher in Geschirrtuchgröße (70cm x 50cm) zu erhalten. Die unbedruckte Webkante war so breit, dass ich auch diese abschnitt, um daraus die Aufhänger zu nähen. Im Blogartikel hieß es, es würde reichen, mit der Overlock die Ränder zu versäubern. Das habe ich auch getan, damit das Musselin beim Waschen nicht so franst. Zusätzlich habe ich dann noch die Ränder umgenäht, da mir die reine Overlocknaht zu unfertig aussah.

Und aus Zeitmangel habe ich aus den beiden Stoffen zunächst nur je 2 statt der zugeschnitten 4 Tücher genäht. 2 Hippie-Camper zum Verschenken und 2 Teetassen für unseren Urlaub. Nach dem Nähen auch noch schnell gewaschen, damit sie dann den schönen Crinkle-Look haben, bei dem das Bügeln unnötig ist.

Meine Kindersitterinnen haben sich sehr gefreut und mir ein Foto aus dem Urlaub geschickt, bei dem die beiden Tücher zum Trocknen im Winde wehen.

Bei mir steht der Praxistest Abtrockentest noch aus. Doch auch als Unterlage im Brotkorb machen sich die Tücher gut. Und mit diesen individuellen Geschirrtüchern fühlen wir uns ein wenig mehr daheim in unserem Urlaubshaus. Jedes Mal, wenn wir sie benutzen, zaubern sie uns ein Lächeln ins Gesicht.

So, wenn ich jetzt meine Erfahrungen mit dem Werbeversprechen des Blogartikels vergleiche, dann ist es zwar so, dass ich tatsächlich keinerlei Stoffabfall produziert habe – das allererste Projekt ohne Stoffreste, also Zero Waste Versprechen gehalten. Top. Doch es war ja von 5min DIY die Rede, da habe ich deutlich länger als 5 min pro Geschirrtuch gebraucht wegen Zuschnitt und zusätzlichem Umsäumen, von dem im Artikel aber auch die Rede war, waren es pro Tuch eine gute halbe Stunde. Aber selbst wenn ich nur die Zeit rechne, dich gebraucht habe, um ein Fat Quarter mit der Overlock zu ketteln, hätte ich mehr als 5 min gebraucht.

Auch wenn der Artikel über die Kosten geschwiegen hat, so will ich das Thema hier auch zur Sprache bringen. Natürlich sind diese Tücher teurer als ein beim Möbelschweden oder im Discounter gekauftes Geschirrtuch. Hätte ich, wie Spoonflower empfiehlt, ein Fat Quarter (71cmx50cm) gekauft, wäre der Zuschnitt entfallen, dafür hätte ein Tuch dann 14,28€ gekostet. Da ich jedoch Meterware bestellt hatte für 24,40€, die 142 cm breit liegt, konnte ich aus dem Meter 4 Tücher schneiden, so dass somit der Preis pro FatQuarter auf 6,10€ sank (in beiden Fällen kommen auch noch die Versandkosten hinzu, die bei Spoonflower anfallen, doch da diese abhängig sind von der bestellten Stoffmenge, habe ich sie jetzt hierbei nicht berücksichtigt). Wenn ich jetzt noch den Brutto-Stundenlohn eines Schneiders mit 14€ ansetze, dann sind das 7€ pro Geschirrtuch. Das bedeutet, das so ein Geschirrtuch 14€ kostet. Das teuerste Geschirrtuch, das ich jemals besessen oder verschenkt habe.

Und – würde ich es wieder tun? Ja, auf jeden Fall! Mir gefallen meine neuen Geschirrtücher sehr gut. Sie sind ein wunderbares, individuelle Geschenk – sei es für Freunde oder für uns selbst. Wenngleich ich solche Geschenke nur an Empfängerinnen verschenken werde, die selber nähen oder anderen Handarbeiten frönen. Warum? Nur selber handarbeitende Menschen wissen um die Arbeit und den Materialpreis, der in solchen Geschenken steckt, und somit das Geschenk (und die darin steckende Liebe) an sich zu schätzen wissen.

Und wie sind Eure Erfahrungen mit selbstgemachten Geschenken?

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