Workshop Tag 3 – Tasche für Schneidematte und Lineale

Bei meinem ersten Quilt-Workshop vor zwei Jahren hatte eine Teilnehmerin eine selbstgenähte Tasche für ihre Schneidematte und ihre Lineale. Das fand ich großartig, und so wanderte dieses Projekt auf meine Projektliste. Seither habe ich Stoffe mit Näh-Motiven gesammelt, eine kleine Schneidematte (60cm x 45cm von Vorwerk) und verschiedene Patchwork-Lineale (Omnigrid) gekauft. Und nun endlich bin ich dazu gekommen, die Tasche zu nähen.

Das Schnittmuster habe ich mir selber überlegt, war ja nicht so schwer: Grundfläche 50 cm x 70 cm, ohne Tiefe, da die Schneidematte ja sehr dünn ist. Den passenden Stoff hatte ich mir letzten Sommer im Ausverkauf in Stof&Stil in Esbjerg, Dänemark, gekauft, hellblau mit Karo-Muster darauf. Diesen habe ich mit Decovil verstärkt, damit die Tasche auch ohne die Matte darin Stand hat.

Außen aufgesetzt habe ich verschiedene Taschen, die außen aus Patchworkstoffen mit Nähmotiven und innen mit dem Taschenhauptstoff gestaltet sind. Die Außenseiten der Aufsetztaschen sind mit Decovil light verstärkt. Es gibt zwei Lineal-Taschen, eine für den Rollschneide-Schärfer und zwei Taschen für Schnittmuster o.ä. Alle fünf Taschen schließen mit Druckknöpfen. Die Träger sind ebenfalls aus dem blauen Außenstoff verstärkt mit Decovil light.

Das Aufwändigste war das Aufbügeln des Decovils, das dann vor der weiteren Verarebeitung eine halbe Stunde ruhen muss. Doch das Ergebnis war die Mühe wert. Eine andere Teilnehmerin fragte mich, warum ich denn zum Aufbügeln ein feuchtes Tuch nutzen würde, anstatt nur den reinen Dampfstoß zu benutzen. Ein gute Frage, auf die ich zunächst nur antworten konnte, weil es so in der Anleitung steht. Sie fand das unnötigen Aufwand. Daher habe ich während des Arbeitens darüber nachgedacht, ob sie vielleicht Recht damit hat. Was ist der Unterschied, wenn es einen gibt?

Durch das Auflegen des feuchten Tuchs, wird der Stoff und vermutlich auch das Decovil deutlich stärker befeuchtet, als der Dampfstoß das kann. Außerdem produziert das Bügeleisen nicht kontinuierlich Dampf sondern in Stößen, so dass hier in den 10 sec, die das Eisen auf einer Stelle bleibt, deutlich weniger Dampf produziert wird, als wenn das Eisen auf einem feuchten Tuch steht. Daher glaube ich, dass das feuchte Tuch für eine stärkere Verbindung des Stabilisators mit dem Stoff sorgt.

Die fertige Tasche macht mich natürlich stolz, wenngleich es zwei Punkte gibt, die ich hätte besser machen können (nur für’s Protokoll, damit ich das bei der nächsten Tasche dieser Art besser machen kann):

  1. Die Träger der Tasche hätten vielleicht ein wenig mehr zur Mitte befestigt werden können, damit die Tasche sich nicht so beult. Falls mich das zu sehr stört, dann muss ich noch einen Druckknopf in der Mitte befestigen Außerdem hätten sie ein wenig breiter sein können, aber dafür hatte ich nicht genug Stoff übrig.
  2. Das knappkantige Absteppen der oberen Taschenkante war sehr herausfordernd, weil die Tasche wegen des Devovils so storkig war. Ich habe es nicht geschafft, eine gerade Naht hinzubekommen, obwohl mein Mann mir bei der Führung der Tasche geholfen hat. Damit man die wellige Naht nicht sieht, habe ich sei mit einem dekorativen Webband überklebt. Hätte ich die Naht nicht in einer dunklen Kontrastfarbe sondern in der hellen Grundfarbe genäht, wären die Zacken in der Naht vielleicht gar nicht aufgefallen.

So hatte ich jedenfalls endlich Gelegenheit das zauberhafte Webband mit den Nähmotiven zu verwenden, das ich schon vor einiger Zeit bei Snaply gekauft hatte. Insofern war die zackige Naht ja vielleicht Vorsehung 😉

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