Weltfrauentag – ein Tag zum Feiern?

Heute ist Weltfrauentag, und mehrere Kollegen gratulierten mir dazu. In anderen Firmen erhalten die Frauen an diesem Tag ein Rose vom Chef, wie mir eine Bekannte erzählte. Ist das nicht befremdlich? Irgendwie spöttisch?

Seit nunmehr 98 Jahren wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert als das Ergebnis einer Initiative solzialistischer Organisationen noch vor Beginn des ersten Weltkriegs im Kampf um die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen sowie die Emanzipation von Arbeiterinnen. 1975, dem Jahr der Frau, erkoren die Vereinten Nationen diesen Tag dann als „Tag der vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ (mehr dazu bei wikipedia).

Ein Kampf, der noch nicht zu Ende gekämpft ist, auch wenn die Frauen in Deutschland seit nunmehr 100 Jahren wählen dürfen. So gibt es weltweit noch Länder, in den Frauen nicht wählen dürfen, nicht Autofahren dürfen, nicht selbstbestimmt leben dürfen. Aber auch bei uns ist noch viel zu tun, bevor unsere Töchter in einer gleichberechtigten Gesellschaft leben können.

Doch wie schaffen wir es, dass in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft die Positionen so auf die Geschlechter verteilt sind, wie es der Bevölkerung entspricht, wenn die überall dominanten Männer über den Weltfrauentag spötteln? Wenn sie sich mit allen Mitteln gegen eine Frauenquote wehren? Wenn es ihnen gestattet ist, Frauen schlechter als Männer zu bezahlen – selbst wenn diese denselben Job machen? Wenn auf die Arbeit, die traditionell bei Frauen liegt – Haushalt, Erziehung, Pflege, Wohltätigkeit – herablassend geschaut wird?

Ein guter Ansatzpunkt wäre sicherlich, wenn wir Frauen den Schulterschluss mit anderen Frauen suchten und uns verbündeten, oder uns zumindest nicht in den Rücken fallen würden. Wir Frauen müssen genauso wie die Männer umdenken lernen, uns aus alten Rollenmustern befreien und für uns selbst einstehen. Das ist nicht leicht. Das ist ein steter Kampf. Doch genau darum geht es am heutigen Frauenkampftag! Wobei wir uns heute nur daran erinnern sollen, dass wir diesen Kampf jeden Tag auf’s Neue kämpfen und lernen uns zu behaupten.

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