Zähl’ nicht jede Stunde

des Tages, aber sorge dafür, dass jede Stunde des Tages zählt. Mit diesem Zitat eines unbekannten Verfassers hat die liebe Fru Blomgren mich heute morgen inspiriert.

Neulich habe ich ja über die Schatz-Tasche meines Sohnes berichtet, die ich ihm für seine Unterhaltungselektronik für die lange Busfahrt nach Italien gestickt hatte. Neun Tage Klassenfahrt zum Skifahren – ohne die Gelegenheit, miteinander zu telefonieren. Wir Eltern bekamen täglich ein paar Fotos der Erlebnisse auf der Schulhomepage gezeigt, die Kinder konnten Post bekommen. Pädagogisch eine wertvolle Erfahrung! (Aber ich hätte dennoch gerne zwischendurch seine Stimme gehört und aus seinem Munde erfahren, wie es ihm geht und ob es ihm gefällt.)

Natürlich habe ich mich sehr für meinen Sohn gefreut, dass er solch eine Chance für wundervolle Ski-Erfahrungen bekommt. Seine große Schwester hat die gleiche Klassenfahrt vor zwei Jahren schon gemacht und erzählt heute noch hellauf begeistert davon. Dennoch war ich in Sorge. Zum einen, weil er ein wenig wählerisch ist, was das Essen anbelangt. Zum anderen, weil sowohl das Reisen als auch das Skifahren nicht ganz ungefährlich sind.

Vor 30 Jahren habe ich die Sorgen meiner Mutter nicht verstanden, wenn ich auf Klassenfahrt fuhr, doch nun kann ich sie verstehen. Seither ist kein Jahr vergangen, in dem nicht über mindestens eine Busfahrt mit tödlichem Ende berichtet wurde, auch ein solcher Schneeklassenbus ist vor einigen Jahren auf der Rückfahrt verunglückt.

Was das Skifahren anbelangt: In den 10 Lebensjahres meines Sohnes sind sechs bekannte Ski-Athleten beim Skifahren tödlich verunglückt. Ganz zu schweigen von dem schweren Ski-Unfall des legendären Rennfahrers Michael Schuhmachers vor fünf Jahren. Und das ist ja nur die Spitze des Eisberg.

Zwar habe ich nicht jede Stunde gezählt, die es noch braucht, bis mein Sohn von der 9-tägigen Klassenfahrt heil zurückkehrt, denn ich hatte ja meine Tochter bei mir. Es war schön, dass wir beide mal ganz für uns alleine sind (der Papa war nämlich zwischendrin auch noch auf Dienstreise). Dennoch file mir gestern Abend ein Stein vom Herzen, als der Bus anhielt, und mein Sohn mir strahlend in die Arme file. Bin ich froh, dass alles gut gegangen ist und wir jetzt endlich alle wieder vereint sind.

Wenn mein Sohn von seinen Erlebnissen berichtet, vergesse ich die Zeit und alle Dinge, die mich sonst so am Wochenende beschäftigen. Wenn er sich nicht zu seinem Lego zurückgezogen hätte …. und ich habe ihn gelassen. So kann jeder von uns mehr von dem tun, was uns glücklich macht – wohl wissend, dass der andere da ist, wann immer man eine Umarmung oder einen Kuss braucht.

Die Bilder zeigen übrigens die Stickereien auf den Pullover, die sich die Kinder für die Schneeklasse gewünscht hatten. Motive sind von von UrbanThreads (Ländercollagen) und von EmbroiderLibrary. Dieser Artikel kann Spuren von unbezahlter Werbung enthalten aufgrund der Nennung des Herstellers oder der Verlinkung zu Herstellerseiten.

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