Wie kann ich Prokrastination sinnvoll nutzen?

Oh, kennt Ihr das auch? Da habe ich mich so danach gesehnt, mal einen freien Nachmittag zu haben, um das ein oder andere Nähprojekt in Angriff zu nehmen. Und jetzt habe ich schon den 4. Nachmittag in Folge frei gehabt, weil mein Sohn auf Klassenfahrt ist, und dann habe ich gar keine Lust gehabt, überhaupt irgendetwas zu tun. Einfach im Sessel sitzen, Füße hochlegen und nichts tun. Mal etwas lesen, in einer Nähzeitschrift blättern oder ein wenig dösen. Das war es, wozu ich Lust hatte. Natürlich immer mit einem kleinen schlechten Gewissen, weil ich nicht an meinen erträumten Nähprojekten gearbeitet habe. Doch dann habe ich mich an einen kleinen Trick erinnert, mit dem ich mein Bedürfnis nach Ruhe und Erholung mit meinen guten Vorsätzen in Einklang bringen konnte, ohne ein schlechtes Gewissen für das Faulsein zu haben.

In irgendeinem Zeitmanagementbuch habe ich vor langer Zeit mal gelesen, dass man jeden Tag wenigstens ein paar Minuten mit den Dingen beschäftigen sollte, die einem wichtig sind, anstatt immer nur auf die großen Gelegenheiten zu warten. Und so habe ich jeden Tag eine Viertelstunde mit Vorbereitungen verbracht.

Tag 1: Arbeitsfläche aufräumen, um überhaupt Platz zum Arbeiten zu haben. Dieses Mal mußte ich tatsächlich meine Garnrollen mal selber wegräumen, sonst macht das so gerne mein Sohn für mich.

Tag 2: Schnittmuster sondieren, auswählen und ausdrucke

Tag 3: gekaufte Stoffe mit der Overlock versäubern und waschen (wenn auch nicht für das gewählte Projekt sondern für das übernächste)

Tag 4: Stoffe bügeln und für das Nähen vorbereiten (z.B. Schnittteile markieren, mit Vlies verstärken, …)

Als mein nächstes Nähprojekt habe ich mir die Leoparden-Tasche von Lisa Bees NameFabric ausgesucht, welche passend für das Schnittmuster der Siren-Tote von XOXO Lauren vorbereitet ist, ganz genauso wie meine Schildkröten-Tasche, die ich bereit im letzten Herbst für den Urlaub nähte. Dieses Stoffset finde ich großartig nicht nur wegen der wunderbaren Farben, sondern weil meine größte Anfangshürde beim Nähen ja das Zuschneiden des Stoffes ist, was hierbei ja entfällt.

Letztes Mal habe ich die Tasche mit einem dicken Vlies gefüttert, was ihr einen guten Stand gibt aber auch recht schwer macht. Laut Schnittmuster sollen Außenstoff und Innenstoff eigentlich jeweils mit einem gewebten Vlies verstärkt werden, sowie ein sehr festes Vlies für den Boden verwendet werden. Doch ich bin geneigt, die Tasche lediglich am Boden mit einem aufbügelbaren Vlies zu verstärken, um eine leichte Tasche zu haben. Daher würde ich auch darauf verzichten wollen, die Träger mit Karabiner zu befestigen, sondern sie direkt an die Tasche zu nähen. Was meint Ihr?

Und welches sind Eure Strategien gegen Prokrastionation beim Nähen?

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