Kleine Katsche – große Wirkung

Seit Tagen kämpfe ich mit dem Sticken eines Quiltmusters. Entweder reißt der Oberfaden, oder er bildet Nestchen, unter dem Stickgut oder im oberen Fadenweg. Kaum 100 Stiche, und schon wieder muss ich ein Problem beheben.

Natürlich ist mir klar, dass dies nicht am Stickmuster liegen kann, sondern nur an der Maschine. Daher haben mein lieber Mann und ich am Sonntag meine Maschine ausführlich gesäubert und gemäß Anleitung geölt. Was wir da nicht alles an Staub, Flusen und Fusseln herausgeholt haben. Obwohl ich ja regelmäßig den Greiferbereich und die Fadenwege reinige.

Dass sich aber auch im Fadenschneider ganz viel Dreck sammelt, habe ich da erst festgestellt. Ich hatte das für ein Stück Filz gehalten, so wie es unter der Spulenkapsel ist. Stattdessen war ein Fusselkonvolut von der Größe eines Ohrenstäbchen-Wattebauschs!


Ich hatte so große Hoffnungen darauf gesetzt, dass die Maschine danach wieder schnurrt wie ein zufriedenes Kätzchen. Zwar sah das Stickbild danach tatsächlich ein wenig besser aus, und sie stickte gut 50 Stiche mehr, bevor eines der Fadenprobleme auftrat, aber das Problem war offensichtlich nicht behoben. Also fragte ich bei meinem Händler an, der mir anbot, heute mit meiner Maschine vorstellig zu werden. Ein Angebot, das ich gerne angenommen habe.

Mein Händler ist nämlich nicht nur Händler sondern auch Mechaniker, der Näh- und Stickmaschinen repariert. Ein wahrer Meister seines Faches. Kaum hatte er die Stichplatte abgeschraubt, da entdeckte er auch schon die Ursache. 2 Katschen im Unterfadengreifer, an denen der Faden entlang scheuert und so entweder reißt oder hängenbleibt. Tja, das ist wohl der Tribut für die vielen ITH-Projekte, bei denen die Nadeln aufgrund von zu viel Material brechen.

Mit einem Schleifstein ist der Mechaniker dann den Katschen zu Leibe gerückt, in der Hoffnung, damit das Problem zu lösen. Nach der Behandlung hat man zwar noch die Stellen gesehen, aber mit den Fingern nicht mehr fühlen können.

Leider ist so ein Stickfaden empfindlicher als eine Fingerkuppe. Zwar sieht das Stickbild deutlich besser aus, aber das eingangs beschrienene Problem ist damit nicht vollständig beseitigt. Schade.

Jetzt brauche ich wohl einen neuen Unterfadengreifer. Ob es den einzeln gibt, oder die ganze Unterfadengreifer-Einheit ausgetauscht werden muss, klärt mein Händler jetzt in den nächsten Tagen – denn so einen Fall hat er in seiner langjährigen Reparatur-Praxis noch nicht erlebt. Uiuiui. Da bin ich mal gespannt, wie teuer mich die Nadelbrüche im Nachhinein zu stehen kommen und wie lange die Lieferung des Ersatzmaterials dauern wird.

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