Ich packe meinen Koffer und nehme mit … ein selbstgenähtes Kleid

Ruckzuck ist eine Woche Urlaub vorbei, doch an meinen Marilyn-Moment in meinem neuen Kleid werde ich mich sicherlich noch lange erinnern (Schnittmuster von pattydoo: Marie mit Ärmeln von der Chloe) – leider ohne Foto. Als ich die Treppe zum roten Turm St. Agatha hinaufkletterte, fuhr mir der Wind unter den Rock und hob ihn hoch. Gut, dass wir gerade die einzigen Besucher waren. Die Kinder hatten Spaß, als Mama juchzte und mit dem Rock kämpfte. Unten im Park des Turms war der Wind dann weniger heftig, aber er blähte den Rock so auf, dass ich damit auf den Fotos schwanger wirke (aber definitiv nicht bin!).

Der rote Turm ist Teil der weitläufigen Befestigungsanlage, die der Johanniter-Order im 17. Und 18. Jahrhundert errichteten, um die Insel for den Überfällen der osmanischen Türken und der barbarischen Korsaren aus Nordafrika zu schützen, die bei ihren Raubzügen nicht nur Getreide, Vieh und Trinkwasser plünderten sondern auch Kinder, Frauen und Männer für die Sklaverei raubten. Zwei Jahre dauerte es, den Turm zu errichten (1648-49). Dieser bewehrte Wachturm liegt erhöht auf dem Rücken der Marfa Ridge und bietet einen großartigen Blick auf Comino und Gozo, sofern das Wetter es zulässt. Somit dieente er auch als Signalposten für die Kommunikation mit Gozo über den Schwesterturm St. Mary auf Comino.


Der Turm hat als Zugang nur eine Zugbrücke, die über eine steile Treppe erreichbar ist. Von der Zugbrücke gelangt man in die Haupthalle, die aus zwei hohen Gewölbekammern besteht. Hier lebte die Besatzung, die in der Regel aus einem Ritter und drei Kanonieren. Die Haupthalle enthält auch einen Altar in einer kleinen Nische, der der Schutzpatronin St. Agatha gewidment ist. Unterhalb der Haupthalle befindet sich ein großer Regenwassertank. Auf einer Seite können über eine Wendeltreppe im Außenturm die 3. Und 4. Ebene erklommen werden. Die 3. Ebene ist nur eine kleine Galerie, die einen schönen Blick auf die Haupthalle bietet, die 4. Etage war für uns aufgrund des starken Windes nicht zu besichtigen. Hier konnten in Kriegszeiten weitere 50 Soldaten wohnen, wenn auch arg beengt. Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs wurde der Turm militärisch genutzt, danach wurde er dem Verfall überlassen. 1998 übernahm die Din l-Art Helwa die Verwaltung und Restauration des Turmes. Die Din l-Art Helwa („Das liebliche Land“) ist eine 1965 gegründete gemeinnützige Organisation, welche sich dem Schutz des historische Erbes auf Malta verschrieben hat.

St. Agatha (* um 225 in Catania auf Sizilien; † um 250 ebenda), die Schutzpatronin der Malteser, der Hirtinnen, der Goldschmiede und vieler anderer mehr, gilt als Helferin bei Viehseuchen, Erdbeben, Ausbrüchen des Ätna und natürlich bei Brusterkrankungen, da man ihr in der Folter die Brüste amputierte und der Sage nach der Heilige Petrus sie heilte. Außerdem fungiert sie als Schutzpatronine der Feuerwehren in der Schweiz sowie in den nördlicheren deutschsprachigen Gebieten.

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