Ich packe meinen Koffer und nehme mit … ein Geschirrtuch

Gestern hatte ich ja schon berichtet, dass wir in einer Ferienwohnung in einem uralten Gemäuer wohnen. Bis vor kurzem wohnte hier noch die Oma des jetzigen Besitzers. Im Erdgeschoss steht sogar noch ihr alter Gasherd, den sie zu ihrem Hochzeitstag geschenkt bekommen hat. Der Herd ist unglaublich gepflegt, man sieht ihm sein Alter gar nicht an. Er würde auch noch funktionieren, aber die neuen Gasflaschen haben einen anderen Anschluss als er. Und so steht er hier nur noch zur Dekoration. Wir nutzen ihn zum Aufhängen unseres Geschirrtuchs (Stickmotiv von EmbroiderLibrary), das sich dort auch sehr dekorativ macht und vor allem gut trocknen kann, denn eine Spülmaschine gibt es hier natürlich nicht.

Inzwischen ist das Wetter umgeschlagen, es regnet. Immerhin ist der Regen warm. Das ist auch gut so, denn auf der Suche nach der alten Rüstkammer haben wir uns in Valetta verlaufen und sind dabei bis auf die Haut nass geworden.

Natürlich habe ich schließlich nach dem Weg gefragt, doch anstatt zur Rüstkammer hat man uns zu den sogenannten War-Rooms geschickt. Dankbar im Trockenen zu sein, haben wir uns diese dann angeschaut, obwohl wir dachten, dass die Kinder das vielleicht eher langweilen würde. Die Lascaris War-Rooms waren das Hauptquartier der Militärs im zweiten Weltkrieg. Von hier aus wurde Malta 1940-1942 gegen die Deutschen und die Italiener erfolgreich verteidigt. 1943 wurde von hier aus die Operation Husky koordiniert. Mit diesem Decknamen war die Invasion Siziliens gemeint, mit welcher der Italienfeldzug begann.

Zu Beginn unserer Tour durften wir einen kurzen britischen Film von 1942 sehen, der die Kriegshandlungen in Malta zeigte mit Sir Laurence Olivier als Erzähler, der nicht nur ein talentierter Schauspieler sondern selber auch Leutnant war. Anschließend erhielten wir eine Führung durch die unterirdischen Räumlichkeiten. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, dass man damals mit Telefonen und gemalten Karten agierte. Dass junge Frauen mit Holzschiebern Boote und Flugzeuge über Kartentische schoben, um das Kriegsgeschehen zu veranschaulichen. Dass auf Stecktafeln der Status eines Batallions mit Metallschildchen angezeigt wurde. Und dass tatsächlich so eine kleine Insel wie Malta sich als uneinnehmbar herausstellte und einen so großen Einfluss auf den Verlauf des zweiten Weltkriegs hatte. Das haben wir damals in der Schule nicht gelernt, und das war für uns alle spannender als vorher erwartet.

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