Mein erster Quilt

Vor etwa zwei Jahren war ich im Novmenber bei einer Freundin zum Geburtstag eingeladen. Da es ein besonderer war, bekam sie von einer anderen Freundin einen wunderschönen Patchwork-Quilt geschenkt, der mich sehr beeindruckte. Hatte ich mir doch gerade meine elna excellence 680 gegönnt, die eine Quilt-Maschine ist, obwohl ich bis dahin nie daran gedacht hatte, selber zu quilten, aber dennoch den großen Durchlass und die vielen Füßchen, die standardmäßig dazu gehören, haben wollte . Jedenfalls ergriff ich die Gelegenheit, um mich über das Patchworken und das Quilten schlau zu machen. Die Freundin meiner Freundin erzählte mir so voller Begeisterung von dem zwei Mal im Jahr an unserer hiesigen VHS stattfindenden Patchwork-Quilt-Kurs, dass ich gleich auch Feuer fing und mich zum nächsten Kurs im März an meldete.

Doch was wollte ich machen? Ich überlegte hin und her, doch erst über Weihnachten kam mir die zündende Idee. In Vorbereitung auf unsere Afrika-Reise hatte ich bei Embroider Library diverse Afrika-Motive gekauft und begonnen, auf cremefarbenem Stoff zur Probe zu sticken. Was wenn ich die Probesticke mit einem schönen Kontaststoff zu einem Wandquilt verarbeiten würde? Gleich setzte ich die Idee in die Tat um, stickte Motiv um Motiv und kaufte zwei Kontraststoffe. Außerdem fand ich bei UrbanThreads und EmbroideryDesigns noch ein paar weitere Motive, die ich meiner Sammlung hinzufügte.

Dann im März war es endlich so weit. Wie weit ich wohl kommen würde? Einerseits befürchtete ich, dass ich nicht fertig würde, andererseits konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass ich 3 Tage brauchen würde für so ein paar Nähte. Nun, nähen alleine war es ja nicht, erst einmal zurecht schneiden der Blöcke und der Verbindungsstreifen, dazwischen doppelt messen – sicherheitshalber. Dann nähen, bügeln, nähen, bügeln, usw. Zwischendrin stellte sich heraus, dass mein sorgfältig gezeichneter Plan sich an die realen Gegebenheiten anpassen musste, denn da ich diesen gezeichnet hatte, bevor ich den Zwischenstoff gekauft hatte, passten die Maße nicht mehr. Und so dauerte alles etwas länger als gedacht. Doch am Ende des zweiten Tages hatte ich die Frontseite beihnahe fertig. Am letzten Tag schaffte ich es noch, die Rückseite mit einem Aufhängetunnel zu versehen sowie Vorder- und Rückseite incl. Wattierung zu verbinden. Nur das Quilten, das musste ich dann auf daheim vertagen.

Puh, ich hätte nicht gedacht, dass trotz meiner sorgfältigen Planung alles so lange dauern würde. Doch ich war stolz auf mein Werk, das schon richtig gut aussah, und war sicher, in einem halben Jahr würde ich mit einem neuen Projekt wieder kommen. Auch freute ich mich auf die netten Damen in der Runde, von denen ich viel gelernt und einiges an Inspiration bekommen habe.
Das Quilten daheim war dann auch noch aufregender als ich mir das vorgestellt hatte, trotz Obertransportfuß und Blindstichfuß waren die Quiltnähte nicht 100% im Nahtschatten und der Stoff hat sich ein wenig verzogen. Vielleicht werde ich irgendwann einmal diese Nähte auftrennen und erneut nähen, aber für das erste bin ich zufrieden so wie es ist und werde mich daran erfreuen, wie er über unserem Küchentisch an der Wand hängt – den Kindern jedenfalls gefällt das gute Stück auch heute noch, selbst wenn der Titel nicht mehr passt – aus der „Vorfreude aus Afrika“ ist inzwischen eine Erinnerung geworden.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.