Kindershirt Pia – die erste

Schon seit meine Tochter in der Vorschule war, nähe ich gelegentlich mit ihr. Manchmal möchte sie auch mit ihren Freundinnen nähen: eine Tasche, ein Kuscheltier oder ein Puppenschlafsack waren die Werke bisher. Und so hatte meine Tochter auch dieses Mal, als ihre beste Freundin zum Übernachten kam, die Idee zu nähen. Aber dieses Mal sollte es ein tragbares Kleidungsstück sein, immerhin seien sie jetzt – kaum 13 geworden – keine Kinder mehr.

Nun, wenn sie sich der Herausforderung stellen wollten, gerne. Also, wühlten sich die Mädchen durch meinen Schnittmuster-Fundus und einigten sich auf die Pia von pattydoo. Stoff hatten wir gerade keinen da, also fuhren wir ins Stoffgeschäft. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir vom Stoff, den sie sich aussuchen würden, abhängig machten, ob es eine Pia mit Teilung oder ohne werden würde. Da gerade Ausverkauf angesagt war, war die Auswahl nicht so groß, und es gab nur einen Jersey, der den Kritierien der Teenies standhielt – blau-weiß gestreift mit Pferden, die sich nur bei genauem Hinschauen als Einhörner entpuppten. Bündchen gabe keine farblich passend, also schlug ich stattdessen Schrägband vor. Sie konnten sich im Geschäft nicht entscheiden, ob weiß oder das Türkis-grün, das auch im Stoff vorkommt, also nahmen wir beides mit.

Daheim ging es dann an Schnittmuster ausdrucken, zusammenkleben und ausschneiden. Danach war der Stoffzuschnitt dran. Die beiden Mädchen arbeiteten sehr konzentriet und akkurat. Ich beneide sie darum, mit welcher Selbstverständlichkeit sie den Stoff zuschneiden können. Mich kostet der erste Anschnitt immer unglaubliche Überwindung und mehrfache Kontrollen, ob auch ja alles richtig aufliegt; doch die beiden waren sich sicher und schnitten beherzt zu. Anschließend brauchten sie jedoch erst mal eine Pause und wollten spielen, also wurde das eigentliche Nähen auf den nächten Tag verschoben.

Ausgeruht ging es dann am nächsten Morgen an das Stecken und dann Nähen mit der Overlock, die Muttern wohl eingefädelt hatte. Die Ärmel waren fürs drei eine kleine Herausforderung, doch die meisterten wir. Nun war es an der Zeit zu säumen. Da war sie wieder, die Frage, ob türkises oder weißes Schrägband zu nehmen sei. Nach langem Hin- und Herüberlegen einigten sie sich schließlich darauf, dass der Halsausschnitt weiß und die Abschluss unten türkis gesäumt sein sollten.

Wer am Ende stolzer war, kann ich gar nicht sagen! Sie, weil sie ihr erstes Kleidungsstück genäht hatten, oder ich, weil sie so fleißig und akkurat bis zum Schluss durchgehalten hatten. Jedenfalls tobten sie in ihren tollen T-Shirts im Garten bei wundervollem, goldenen Herbstwetter herum.

Als sie sich schließlich trennen mußten, wünschten sie, dass sie sich bald wieder zu einem Näh- und Spielwochenende treffen können. Toll!

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