Horn – ein besonderes Material

Neulich im Urlaub in Dänemark nahm mich Marianne Blomgren mit auf eine Handarbeitsmesse, das war so anregend: neue Stofftrends, tolle Garne, schöne Stickereien und Häkelarbeiten. Außerdem hat mich der Stand der dänischen Hornmanufaktur begeistert, bei dem man leider nichts kaufen sondern nur schauen konnte. Also habe ich meinen Mann bearbeitet, dass wir im Urlaub noch einen Ausflug dahin machen. Er war sehr skeptisch, aber mir zuliebe hat er uns anderthalb Stunden durch die Gegend kutschiert. Es war eine kleine feine Werkstatt mit Ausstellungsraum. Verblüffend, was man alles aus diesem Material herstellen kann. Die Trinkhörner der alten Wikinger kennen wir alle, vielleicht auch noch das Salatbesteck von Oma. Mich reizten besonders die verschiedenen Löffel und suchte mir 6 Eierlöffel (die fühlen sich deutlich besser im Mund an als die aus Perlmutter, die meine Mutter hat, und sehen so viel schöner aus als die Plastiklöffel, die wir bisher benutzten) sowie ein Salzlöffelchen, das zu den Salzschälchen aus Afrika passt. Immerhin stammen die Hörner ja auch aus Afrika von Watussi-Rindern. Außerdem habe ich mir eine schöne Brosche und mein Sohn sich einen Kamm im Ledertäschen ausgesucht.

Nun ist Horn ein besonderes Material, das gut gepflegt sein will. Daher war im Urlaub schon klar, dass dafür ein eigenes RV-Täschen gestickt werden muss. Und da im Sommer FruBlomgrens Zakka-Wettbewerb so schön war, wollte ich das Täschchen mit den zauberhaften Zakka-Motiven verschönern. Also, daheim angekommen, Löffel ausgemessen und passendes blanko Reißverschlusstäschen von RockQueen ausgesucht und schön gestickt. Dann die Ernüchterung – die Löffel passen nicht hinein. Da hatte ich doch nicht daran gedacht, dass es ja 6 Löffel und die guten Stücke auch noch ein wenig gebogen sind und somit mehr Platz brauchen.

Nach einer Nacht darüber schlafen, wurde den Salz-Löffel im schönen Zakka-Täschchen beheimatet. Da fühlt er sich jetzt in der Weite ein wenig einsam, so dass wir wohl im nächsten Jahr nochmals dahin fahren müssen, um ihm Gesellschaft zu besorgen. Und dann ging es daran, ein größeres Täschchen für die Eierlöffel zu sticken. Mein Sohn war der Meinung, dass Zakka zu den Eierlöffeln sowieso nicht gepasst hätte, und dass ich lieber ein Eiermotiv für das Täschchen nehmen sollte. Ich fand, dass er da nicht so unrecht hatte. Da file mir ein, dass ich zu Ostern zwar Mariannes schöne Osterei-Motive gekauft, aber noch nicht gestickt hatte. Das war die Gelegenheit, eines der netten Eier-Worte auch außerhalb der Osterzeit zu nutzen. Und so entstand das eggsellente Täschchen, in das diese Mal auch die Löffel alle hinein passten – nun sind wir alle glücklich.

2 Antworten auf „Horn – ein besonderes Material“

    1. Liebe Marianne,
      das freut mich sehr 🙂
      Die Inspiration wirkt bei mir noch ganz lange nach und ich werde sicherlich demnächst noch einmal darauf zu schreiben kommen.
      Liebe Grüße,
      Sabine.

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