Stickwettbewerb Nr. 2

Auf den April-Wettweberb von Fru Blomgrens folgte dann im Mai bereits ein weiterer, der unter dem Motto „Recycling und Upcycling von Denim“ stand. Das war eine ganz schöne Herausforderung für mich, denn als erstes musste ich mal Kleiderschränke durchforsten, um geeignetes Material zu finden. Lieb gewordene Kleidungsstücke sortieren weder ich noch meine Kinder gerne aus. Dass daraus nun neue Lieblingsstücke entstehen sollten, hat das Aussortieren etwas leichter gemacht.
Dann war die große Frage, was soll ich umsetzen. Will ich an beiden Themen teilnehmen, oder nur an einem? Als erstes habe ich mich für ein einfaches Upcycling entschieden. Eine schlichte blaue Jeans-Shorts meiner Tochter sollte mit den hübschen Meerjungfrauen, die ich benennen durfte – Nympha und Sirena, aufgepeppt werden. Leider ist mir bei der zweiten Meerjungfrau ein Mißgeschick passiert. Anstatt dass Nympha das Löchlein überdeckte, das sie verdecken sollte, hatte ich nun ein großes Loch. So ein Ärger. Doch dann erinnerte ich mich an die Technik der Negativ-Applikation, bei der ein Stück Stoff hinter das Loch gesetzt wird. Das bot sich hier an. Also habe ich ein Reststück eines edlen Feincords mit Nympha bestickt und mit einem Wellenstich hinter das Loch genäht. Dann noch auf die Rückseite der Shorts das Upcycle-Logo des Wettbewerbs – und fertig ist eine schicke, „neue“ Sommerhose. Demnächst werde ich noch ein T-Shirt passend mit dem „Meerjungfrauen for ever“-Motiv besticken, dann hat meine Tochter eine hübsche Sommerkombination.
Inzwischen hatten bereits einige andere Teilnehmer ihre Arbeiten gepostet, u.a. Taschen aus Hosen. Das brachte mich auf die Idee, endlich die Balletttasche in Angriff zu nehmen, die ich schon seit 7 Monaten nähen wollte. Als Außenhülle eine alte Jeans-Shorts, so dass die schon vorhandenen Taschen auch weiterhin genutzt werden können. An den übliche Sportbeuteln störte uns immer, dass die vielen Schuhe – Schläppchen, Charakterschuhe und Spitzenschuhe – bunt gewürfelt in der Tasche liegen und es immer einer Kramaktion bedarf, um ein passendes Paar herauszufischen. Daher habe ich ein Innenleben konstruiert, das aus 4 abgeschnittenen und aneinander genähten Hosenbeinen besteht, in denen die Schuhpaare und die Wasserflasche übersichtlich und griffbereit Platz finden. Der Übergang von Hosenbeinen zur Tasche ist aus einem Stück altes Lieblingsshirt genäht. Da die Tasche oft unsanft auf den Boden geschmissen wird ohne Berücksichtung der Bodenbeschaffenheit, wollte ich einen stabilen Boden für de Tasche. Erst habe ich an Snappap, den Lederersatz aus waschbarem Karton gedacht, doch dann bin ich auf Releda gestoßen. Releda ist recycltes Echtleder, das besonders gut zum Thema des Wettbewerbs passt. Diese Material lässt sich wunderbar verarbeiten, meine Universalnadel hat mühelos durch Releda und doppelt gelegten Jeansstoff genäht. Sogar die beiden Taschenaufhänger mit 2 Lagen Releda und 2 Lagen Jeansstoff ließen sich problemlos auf der Maschine nähen – nur mein Nähfuß hat etwas mit der Höhe gekämpft.
Erst kurz vor Ablauf der Frist habe ich dann meine Beiträge eingereicht. Bei der Tasche fehlte auch noch der Tragegurt, an den ich bis dahin nicht gedacht hatte und den sich meine Tochter noch aus einem Stapel alter Gurte und Bänder aussuchen mußte (und dafür war es eine halbe Stunde vor Mitternacht schlicht zu spät). Auch wenn ich ziemlich müde war, so bin ich doch stolz darauf, dass ich die Herausforderung angenommen habe und mit schönen Ergebnissen abschließen konnte. Meine Tochter ist jedenfalls glücklich über ihre neuen Sachen, auch wenn diese keine Preisträger geworden sind. Jetzt hofft mein Sohn, dass beim nächsten Wettbewerb mal etwas Neues für ihn abfällt.

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