Warum bis zur Rente warten?

Im vergangenen Jahr haben mich viele plötzliche, unerwartete Erkrankungen und Todesfälle im Freundes- und Bekanntenkreis sowie die Terroranschläge in Paris, Brüssel und Berlin daran erinnert, dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass wir alt werden und dann lange Zeit in guter Gesundheit unsere Rente genießen können. Mich selbst hatte Anfang Mai eine ernsthafte Erkrankung ins Krankenhaus verschlagen, und ich nutzte die Gelegenheit, meinen Lektüreberg abzubauen. Hierbei stieß ich auf das allseits bekannte „Carpe diem“. Diese Weisheit stammt vom antiken Dichter Horaz, der bereits vor Christi Geburt verstorben ist, und heißt vollständig „ carpe diem, quam minimum credula postero“, was streng übersetzt heißt „Pflücke den Tag, möglichst wenig leichtgläubig gegenüber dem folgenden!“ Also ein Appell, das eigene Leben im Augenblick zu leben und positiv zu betrachen, sowie dabei nicht nur an das Morgen zu denken. Oder wie meine Oma stets sagte „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“. Und das gilt insbesondere auch für die schönen Dinge im Leben – auf dem Sterbebett hat noch niemand bereut, dass er nicht mehr gearbeitet hat oder nicht mehr im Haushalt geputzt hat.
So inspiriert habe ich einen bisher auf die Rente aufgeschobenen Wunsch 20 Jahre vorgezogen: die Anschaffung einer Stickmaschine und einer modernen Computer-Nähmaschine!

Bei der Recherche, welche Maschinen es gibt und welche Materialien denn für’s maschinelle Sticken benötigt werden, las ich Herstellerseiten, Diskussionen in Foren, Bewertungen auf Blogs. Schon bald rauchte mir der Kopf: so viele Informationen, so viele Meinungen und so viele Alternativen.

Da kam mir eine andere weitere Weisheit von Horaz in den Sinn, nämlich Sapere aude! die von Immanuel Kant in seinem Aufsatz „Was ist Aufklärung! zum Leitspruch der Aufklärung ernannt wurde.  Kant übersetzt die Weisheit mit „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“, die mehr Handlungsanweisung enthält als die wortwörtliche Übersetzung „Wage es, weise zu sein!“ (wenngleich diese zweite Version erhabener klingt).

Also machte ich mich daran, mir eigene Bewertungskriterien zu überlegen und für mich zu bewerten – was ist mir wie wichtig und wie kann ich für mich überprüfen, ob die vollmundigen Händlerversprechen und Nutzerempfehlungen für mich und meine Bedürfnisse stimmig sind.

In diesem Blog will ich nun meine Herangehensweise reflektieren, um somit einerseits für mich nochmals zu hinterfragen, inwiefern meine Bewertungen und Entscheidungen gut waren, denn meine jetzt neuen Maschinen werden sicherlich nicht meine letzten sein, und andererseits möchte ich gerne meine Erfahrungen teilen, indem ich jeden Monat zu dem ein oder anderen Thema hier einen oder mehrere Beiträge teile – ganz wie meine Zeit es neben Job, Familie und Ehrenämtern erlaubt, mir Zeit zum Handarbeiten und Schreiben zu geben. Hierbei freue ich mich auch auf Rückmeldungen, auf andere Sichtweisen und neue Denkimpulse, um meine Hobbies Nähen, Maschinensticken und auch das Bloggen weiterzuentwickeln.

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